Michael Kirste Fotografie

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Der Einsatz von Filtern in der Landschaftsfotografie - Graufilter (Neutraldichtefilter)

18. März 2013 in Filter, Fotoausrüstung, Graufilter, Landschaftsfotografie, Tutorial, Tipps [0 Kommentare]

In der Landschaftsfotografie ist der Einsatz verschiedener Filter sinnvoll. Graufilter erhöhen die Belichtungszeit und ermöglichen Langzeitbelichtungen am Tag. Grauverlaufsfilter sorgen für eine ausgeglichene Belichtung zwischen Vordergrund (Landschaft) und Hintergrund (Himmel). Polfilter verstärken Farben und entfernen störende Reflexionen. In diesem Artikel erkläre ich die Wirkung von Graufiltern anhand von Beispielen und gebe Tipps zur Anwendung.

Graufilter (Neutraldichtefilter)

Graufilter Beispiel Graufilter Beispiel Wasser Verwischeffekt Wasser Verwischeffekt

Mit Graufiltern kann man die Belichtungszeit erhöhen, ohne das die ISO Zahl gesenkt werden muss oder die Blende weiter geschlossen werden muss. In der Landschaftsfotografie wird eine längere Belichtungszeit vor allem dazu eingesetzt, um einen Fließeffekt von Wasser zu erzielen, Wolken zu verwischen oder den typischen "fine art" Look zu erzeugen. Typische Einsatzgebiete des Graufilters sind daher das Meer (Wellen), Wasserfälle, Bäche, Flüsse und Szenen mit Wolken am Himmel. Je länger das Foto belichtet wird, desto mehr Struktur verliert das Wasser bzw. die Wolken.

Auswahl des richtigen Graufilters

Es gibt Graufilter in unterschiedlichen Stärken, welche die Belichtungszeit um das Doppelte oder sogar um das Tausendfache erhöhen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über verschiedene Stärken von Graufiltern:

Vergleich verschiedener Graufilter
StärkeLichtdurchlässigkeitFaktorAnzahl Blendenstufen
ND 0.350%x2+1
ND 0.625%x4+2
ND 0.912,50%x8+3
ND 1.26,25%x16+4
ND 1.81,56%x64+6
ND 3.00,10%x1000+10

Die Wahl der richtigen Belichtungszeit bzw. der Stärke des Filters, hängt immer von der Szene und den eigenen Wünschen ab. Es spielt z.B. eine Rolle wie schnell sich das Wasser bewegt und wie stark man das Wasser verwischen möchte. Für den Einsatz von Graufiltern in der Landschaftsfotografie eigenen sich insbesondere die Stärken ND 1.8 sowie ND 3.0, welche die Belichtungszeit um den Faktor 64 bzw. 1000 verlängern. Der ND 1.8 Filter (x64) erhöht die Belichtungszeit leicht, sodass grobe Strukturen beibehalten werden (z.B. in der Dämmerung am Meer). Mit dem deutlich stärkeren ND 3.0 (x1000) Filter kann man Szenen auch tagsüber sehr lange belichten, um Strukturen komplett zu verwischen (z.B. an einem wolkigen Tag am Meer). Kleinere Stärken als ND 1.8 können oft durch die Erhöhung der Blende und der Wahl einer kleineren ISO Zahl ausgeglichen werden. Auch wenn es schon relativ dunkel ist, wird meist kein Graufilter mehr benötigt.

Auswirkung verschiedener Filterstärken auf die Belichtungszeit
Zeit/FilterstärkeND 0.3 (x2)ND 0.6 (x4)ND 0.9 (x8)ND 1.8 (x64)ND 2.4 (x256)ND 3.0 (x1000)
1/10001/5001/2501/1251/301/81
1/601/301/151/81/2415
1/41/2121514 Min.
1/21243028 Min.
12481 Min.4 Min.15 Min.
2815302 Min.8 Min.30 Min.
415301 Min.8 Min.30 Min.2 Std.
Zum Beispiel erhöht ein Filter der Stärke ND 1.8 (64x) die normale Belichtungszeit von 1/2 Sekunden auf 30 Sekunden.

Anwendung von Graufiltern

Graufilter kann man als Schraubfilter oder Schiebfilter für ein Filtersystem erwerben. Schiebfiltersysteme haben den Vorteil, dass der Graufilter schnell montiert und abmontiert werden kann. Dies ist insbesondere bei starken Graufiltern ab ND 1.8 praktisch, weil man mit montierten Graufilter aufgrund der Abdunklung selbst tagsüber kaum die Landschaft durch den Sucher sehen kann. Da die Belichtungszeit der Kamera mit einem montierten Graufilter oft nicht mehr zuverlässig funktioniert, sollte man im manuellen Modus fotografieren. Die korrekte Belichtungszeit für eine Szene kann man sich ganz einfach selbst ausrechnen: Belichtungszeit ohne Graufilter messen; Graufilter montieren; die Belichtungszeit um den Faktor je nach Stärke des Graufilters multiplizieren; das Foto aufnehmen.

Alternative zu Graufiltern

Als Alternative für Graufilter, kann man von einer Szene mehrere Fotos aufnehmen und diese in Photoshop übereinander legen. Um einen Durchschnitt der Fotos zu erhalten, stellt man die Deckkraft jeder Ebene auf die Hälfte der Deckkraft der vorherigen Ebene ein (100%, 50%, 25%, 12,5%, ...). Mit dieser Technik kann die Belichtungszeit natürlich nur begrenzt erhöht werden, da man ansonsten zu viele Aufnahmen benötigt.

Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der unbeabsichtigt eine werbende Wirkung haben könnte, ohne dass ich von einem Unternehmen dafür beauftragt wurde!

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