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Blog » Der Einsatz von Filtern in der Landschaftsfotografie - Graufilter (Neutraldichtefilter)

In der Landschaftsfotografie ist der Einsatz verschiedener Filter sinnvoll. Dazu gehören reine Graufilter, die die Belichtungszeit erhöhen, Grauverlaufsfilter, die für eine ausgeglichene Belichtung zwischen Vordergrund und Hintergrund (Himmel) sorgen, und Polfiltern, die Farben verstärken und störende Reflexionen entfernen. In diesem Teil möchte ich den Graufilter und deren Wirkung anhand von Beispielen erklären, sowie Tipps zur Anwendung geben.

Graufilter Beispiel Graufilter Beispiel Wasser Verwischeffekt Wasser Verwischeffekt

Graufilter (Neutraldichtefilter)

Graufilter werden verwendet um die Belichtungszeit zu erhöhen. In der Landschaftsfotografie wird dies vor allem dazu eingesetzt, um einen Fließ- oder Wischeffekt von Wasser zu erzielen (siehe Beispielfotos), Wolken zu verwischen oder den typischen "fine art" Look zu erzeugen. Typische Einsatzgebiete des Graufilters sind daher das Meer (Wellen), Wasserfälle, Flüsse und Szenen mit Wolken am Himmel. Je länger das Foto belichtet wird, desto mehr Strukturen verliert das Wasser bzw. die Wolken.

Graufilter können in unterschiedlichen Stärken erworben werden, die die Belichtungszeit um das doppelte bis das tausendfache erhöhen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über verschiedene Stärken der Filter:

Vergleich verschiedener Graufilter
StärkeLichtdurchlässigkeitFaktorAnzahl Blendenstufen
ND 0.350%x2+1
ND 0.625%x4+2
ND 0.912,50%x8+3
ND 1.26,25%x16+4
ND 1.81,56%x64+6
ND 3.00,10%x1000+10

Anhand des Faktors kann berechnet werden, wie stark sich die Belichtungszeit abhängig vom Filter verändert:

Auswirkung verschiedener Filterstärken auf die Belichtungszeit
Zeit/FilterstärkeND 0.3 (x2)ND 0.6 (x4)ND 0.9 (x8)ND 1.8 (x64)ND 2.4 (x256)ND 3.0 (x1000)
1/10001/5001/2501/1251/301/81
1/601/301/151/81/2415
1/41/2121514 Min.
1/21243028 Min.
12481 Min.4 Min.15 Min.
2815302 Min.8 Min.30 Min.
415301 Min.8 Min.30 Min.2 Std.

Z.B. erhöht ein Filter der Stärke ND 1.8 (64x) die normale Belichtungszeit von 1/2 Sekunden auf 30 Sekunden.

Die Wahl der richtigen Belichtungszeit bzw. der Stärke des Filters, hängt immer von der Szene und den eigenen Präferenzen ab. Es spielt z.B. eine Rolle wie schnell sich das Wasser bewegt und wie stark man das Wasser verwischen möchte. Für den Einsatz von Graufiltern eigenen sich insbesondere die Stärken ND 1.8 sowie ND 3.0, die die Belichtungszeit um den Faktor 64 bzw. 1000 verlängern. Kleinere Stärken können oft durch die Erhöhung der Blende und der Wahl einer kleinen ISO Zahl ausgeglichen werden. Auch wenn es schon relativ dunkel ist, wird kein Graufilter mehr benötigt.

Graufilter kann man als Schraubfilter oder Schiebfilter für ein Filtersystem kaufen. Für den Anfang empfehle ich einen Graufilter mit dem Faktor x64 oder x1000 zu kaufen. Den x64 Filter kann man am besten kurz vor der Dämmerung einsetzen Zum Beispiel um beim Sonnenuntergang am Meer die Belichtung etwas zu verlängern, aber dennoch die Struktur im Wasser beizubehalten. Der x1000 Filter ist deutlich stärker und kann z.B. eingesetzt werden, um an einem wolkigen Tag eine Szene sehr lange zu belichten und Wellen auf dem Meer komplett zu verwischen. Des Weiteren gibt es variable Graufilter, bei denen die Stärke manuell eingestellt werden kann.

Graufilter werden unter anderem von den folgenden Firmen angeboten:

  • Lee Filters (Schiebfilter für das Lee Filtersystem: Lee Big Stopper x64/ND 1.8, Lee Little Stopper x1000/ND 3.0)
  • Schneider Kreuznach B+W (Schraubfilter: Graufilter ND 0.3 bis ND 3.0)
  • Heliopan (Schraubfilter: Graufilter ND 0.3 bis ND 3.0)

Von dem Kauf von günstigen Marken rate ich ab, da diese oft die Bildqualität negativ beeinflussen und einen Farbstich verursachen.


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