Michael Kirste Fotografie

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Meine aktuelle Fotoausrüstung zur Landschaftsfotografie

7. April 2019 in Fotoausrüstung, Landschaftsfotografie, Allgemein [0 Kommentare]

In diesem Artikel stelle ich meine aktuelle Fotoausrüstung vor, mit der ich auf Fototouren unterwegs bin. Ich hoffe so den ein oder anderen Einsteiger in die Landschafts- und Naturfotografie einen Überblick und Anregungen geben zu können. Auf meine Ausrüstung muss ich mich auch in Extremsituationen (Sandsturm im Death Valley, Hagelsturm in der Sierra Nevada, Regen in Schottland, Minusgrade im Winter) 100% verlassen können, daher verwende ich nur hochwertige Produkte von professionellen Herstellern. Dies gilt nicht nur für Kameras und Objektive, sondern insbesondere auch für Filter und Stative. Ich habe schon mehrmals erlebt, dass jemand seine 4000€ Kamera auf einem 50€ Stativ befestigt hat. Der Fotograf nebenan hat mit seiner 400€ Kamera, Kit-Objektiv und gutem Stativ sicherlich deutlich schärfere Fotos aufgenommen.

Meine Fotoausrüstung
Meine Fotoausrüstung

Meine Kameras und Objektive sind alle von Canon. Die Objektive von Canon sind sehr scharf und arbeiten immer zuverlässig. Die Kameras lassen sich sehr einfach und schnell bedienen; auch wenn es mal schnell gehen muss. Zudem bietet Canon einen sehr guten Service für Fotografen, wenn man zum Beispiel seine Ausrüstung überprüfen und reinigen möchte (Check & Clean über CPS). Natürlich ist immer wieder der eine Hersteller etwas innovativer und technisch fortschrittlicher als der andere (zum Beispiel liegt Canon momentan im Dynamikbereich der Kameras etwas zurück). Anstatt andauernd das technisch Beste Produkt zu besitzen, finde ich es viel wichtiger die Stärken und Schwächen der eigenen Ausrüstung gut zu kennen. Zudem kostet ein Systemwechsel Zeit und Geld und man muss sich an die neue Ausrüstung erst einmal gewöhnen.

Kameras

  • Canon EOS 5DS R – Die Canon EOS 5DS R ist zurzeit meine Hauptkamera. Ich habe die Kamera vor allem aufgrund der hohen Auflösung von 51 MP gewählt, da mir bei Landschaftsfotos das Detailreichtum sehr wichtig ist.
  • Canon EOS 6D – Die Canon EOS 6D ist nicht nur meine Backup-Kamera für den Notfall, ich habe diese Kamera auch regelmäßig neben meiner Hauptkamera im Einsatz. Zwar ist die Auflösung im Gegensatz zur 5DS R deutlich geringer (21 MP vs. 51MP), jedoch reichen 21MP auch zum Druck für größere Prints (90cm x 60cm) reichlich aus.

Objektive

  • Canon EF 16-35mm f4 L IS USM – Das EF 16-35mm f4 L IS USM Weitwinkelobjektiv nutze ich in der Landschaftsfotografie am häufigsten. Insbesondere die hohe Schärfe bis in den Randbereich und die Ecken ist bei diesem Objektiv hervorragend. Auf längeren Reisen habe ich als Backup meist noch das ältere Canon EF 16-35mm f2,8 L II USM dabei. Diese Version ist zwar am Rand nicht so scharf, dafür ist das Objektiv lichtstärker und produziert bei Gegenlicht einen wunderschönen Sonnenstern.
  • Canon EF 24-105mm f4 L II IS USM – Das EF 24-105mm f4 L II IS USM Objektiv ist zwar nicht so scharf wie die anderen Linsen in meinem Kit, dafür besitzt es einen sehr flexiblen Zoombereich. Früher besaß ich das EF 24-70mm f4 L IS USM, jedoch hat mir der Brennweitenbereich nicht ausgereicht. Zudem sind Zoomobjektive meist am längeren Ende (im Telebereich) an den Rändern unschärfer und mir waren die Fotos des EF 24-70mm f4 L IS USM bei 70mm nicht scharf genug. Dies gilt natürlich auch für das EF 24-105mm f4. Daher greife ich ab 85mm lieber auf ein Teleobjektiv zurück, wenn das Foto auch am Rand sehr scharf sein muss.
  • Canon EF 70-200mm f4 L USM – Das EF 70-200mm f4 L USM ist ein sehr flexibles und scharfes Teleobjektiv. Ich habe mich für die Variante ohne IS entschieden, da diese deutlich kompakter und leichter ist.

Meistens habe ich das EF 16-35mm f4 auf der EOS 5DS R und das EF 24-105mm f4 oder EF 70-200mm f4 auf der EOS 6D. Mit dieser „Two-Lens-Solution“ kann ich fast alle Anwendungsbereiche der Landschaftsfotografie abdecken und muss nicht ständig das Objektiv wechseln.

Filter

  • Polfilter – Um Reflexionen auf nassen Blättern zu entfernen oder Spiegelungen im Wasser zu kontrollieren sind Polarisationsfilter für die Landschaftsfotografie unabdingbar. Ich nutze Polfilter von B+W in der Slim Variante (XS-PRO digital) mit Nanobeschichtung (MRC Nano). Bei der Slim Variante treten am Bildrand auch im Weitwinkelbereich so gut wie keine Abschattungen (Vignettierung) auf.
  • Schutzfilter – Alle meine Objektive schütze ich permanent mit Schutzfiltern. Am besten eignen sich dazu sogenannte Clear-Filter. Ich nutze auch hierfür Filter von B+W (MRC Nano, XS-PRO digital).
  • Graufilter – Graufilter werden benötigt, wenn man die Belichtungszeit erhöhen möchte (zum Beispiel wenn man Wasserfälle auch tagsüber länger belichten möchte). Ich habe den Lee Little Stopper und den Lee Big Stopper im Einsatz. Damit kann ich die Belichtungszeit um den Faktor 64 (6 Stops / ND 1.8) bzw. 1000 (10 Stops / ND 3.0) verlängern.
  • Grauverlaufsfilter – Meine Grauverlaufsfilter für das Hitech und Lee System nutze ich kaum noch, da diese Art von Filtern Objekte wie Bäume oder Berge, die in den Himmel ragen, zu stark abdunkelt. Stattdessen nehme ich bei Szenen mit hohen Dynamikumfang lieber zwei Fotos mit unterschiedlichen Belichtungszeiten auf und setzte diese dann in Photoshop flexibel zusammen.

Stative, Kugelköpfe und Kupplungen

  • Stative – Stative sollen möglichst stabil und leicht sein. Daher setzte ich auf kurzen und längeren Wanderungen das Gitzo Mountaineer GT2532 Stativ und/oder das Gitzo Mountaineer GT3532 Stativ ein. Wenn der Fotospot direkt in der Nähe des Autos liegt oder ich am Meer fotografiere nutze ich mein maßgeschneidertes Berlebach Report Holzstativ mit zwei Beinsegmenten und Nivellierkugel.
  • Kugelköpfe – Der Kugelkopf ermöglicht es dem Fotografen, die Kamera auf dem Stativ flexibel auszurichten. Ich nutze den Cullmann MAGNESIT MB4.1 (2x) und MAGNESIT MB6.1 Kugelkopf. Die Kugelköpfe von der Firma Cullmann sind sehr stabil und praktisch zu bedienen. Zudem hat Cullmann einen exzellenten Kundenservice.
  • Kupplungen – Kupplungssysteme dienen zur Verbindung zwischen Kugelkopf und Kamera und erlauben es, die Kamera schnell und bequem auf dem Kugelkopf zu montieren. Insbesondere die Produkte von Novoflex sind sehr stabil und lassen sich flexibel kombinieren und erweitern. Ich nutze als Kupplungseinheiten den Q=Mount, die Q=BASE I und die Q=BASE II. An meinen Kameras/Teleobjektiven ist als Platte entweder ein QPL1 oder ein QPL-Slim Vertikal befestigt.

Momentan habe ich meine Stative, Kugelköpfe und Kupplungen wie folgt zusammengestellt:

  • Gitzo GT2532 Stativ mit Cullmann Magnesit MB4.1 Kugelkopf und Novoflex Q=Mount
  • Gitzo GT3532 Stativ mit Cullmann Magnesit MB4.1 Kugelkopf und Novoflex Q=BASE I
  • Berlebach Report Stativ mit Cullmann Magnesit MB6.1 Kugelkopf und Novoflex Q=BASE II

Weiteres

  • Fotorucksack – Als Fotorucksack nutze ich den F-Stop Ajna und den F-Stop Tilopa mit der ICU Large. Die Rucksäcke sind perfekt auf die Wünsche und Anforderungen von Outdoor-Fotografen abgestimmt, da F-Stop mit Fotografen eng zusammenarbeitet. Sehr gut gefällt mir, dass die Ausrüstung über die rückseitige Öffnung sehr schnell erreichbar ist und man sich die Aufteilung im Kamerafach individuell anpassen kann. Beide Rucksäcke halten auch längeren Regen stand und man kann sein Zelt, Schlafsack und Isomatte über Gatekeeper Straps an dem Rucksack befestigen. So steht auch einer längeren Tour zu interessanten Locations über Nacht nichts im Wege.
  • Ersatzakkus – Neben den beiden Akkus in den Kameras habe ich immer mindestens zwei weitere Ersatzakkus dabei. Insbesondere die 5DS R verschlingt aufgrund der hohen Auflösung viel Energie, sodass ich spätestens nach ein bis zwei Tagen fotografieren den Akku wechseln muss.
  • Speicherkarten - Für längere Touren nehme ich immer ausreichend Speicherkarten mit. Insgesamt habe ich bis zu 400GB an Speicherkapazität dabei (16GB, 32GB und 64GB Speicherkarten). Das hört sich zunächst nach sehr viel an; bei RAW Aufnahmen mit einer Auflösung von 51GB passen selbst auf eine 64GB Speicherkarte im Schnitt „nur“ 850 Fotos (bei ca. 75 MB pro Foto).
  • Reinigung - Zum Reinigen der Kameras und Objektive habe ich immer Reinigungstücher, einen Reinigungsstift und einen Blasebalg dabei.
  • Wanderzubehör – Auf Wanderungen nehme ich die Ten Essentials (Kompass und Karte, Sonnencreme, Kopflampe, Schweizer Taschenmesser, Erste-Hilfe Kit, Pfeife, Digitaluhr, etc.) sowie den Spot Gen3 Notruf-GPS-Sender mit. Gerade in den USA bin ich oft in Nationalparks, National Forests und Wilderness Areas in abgelegenen Gebieten unterwegs. In diesen Gegenden hat man über das Smartphone meist keinen Netzempfang und ist im Notfall erst einmal auf sich alleine gestellt.

Zusammenfassung und Ausblick

Mit meiner aktuellen Ausrüstung bin ich sehr zufrieden und kann damit fotografisch fast alles umsetzten. In der Zukunft plane ich meinen bisher abgedeckten Brennweitenbereich von 16mm bis 200mm zu erweitern. Im Weitwinkelbereich finde ich das neue Samyang 10mm f3.5 sehr interessant. Das Canon 11-24mm f4 Objektiv habe ich zwar ausprobiert, die Schärfe hat mich aber entgegen vieler Testberichte nicht sehr überzeugt. Um Blumen zu fotografieren plane ich mir das Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II USM anzuschaffen, da dieses Objektiv eine sehr geringe Naheinstellungsgrenze hat. Auf Dauer werde ich sicherlich auf das neue spiegellose Format von Canon mit dem RF Bajonett umsteigen. Ich verspreche mir dabei eine kompaktere und leichtere Ausrüstung, was besonders für längere Wanderungen vom Vorteil ist. Zudem wünsche ich mir eine Kamera mit einer noch höheren Auflösung als 51MP und einen höheren Dynamikumfang als 12.4 EVs.

Ich bin gespannt was die Zukunft an weiteren technischen Neuerungen mit sich bringt. Tolle Fotos in ausreichender Qualität auch für größere Prints kann man mit dem aktuellen Stand der Technik schon seit langem machen.

Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der unbeabsichtigt eine werbende Wirkung haben könnte, ohne dass ich von einem Unternehmen dafür beauftragt wurde!

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