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Nature First Photography - Die Allianz verantwortungsbewusster Naturfotografen

27. April 2019 in Allgemein

Mittlerweile habe ich vor über acht Jahren mit der Landschaftsfotografie angefangen. Während dieser Zeit habe ich unzählige wunderschöne Orte entdeckt und die Natur schätzen und lieben gelernt. Vor einigen Jahren waren viele dieser einzigartigen Orte noch unbekannt und ich war beim Wandern und Fotografieren oft alleine unterwegs. Leider hat sich in den letzten Jahren viel zum Negativen verändert. Immer mehr Orte werden von rücksichtslosen Besuchern mutwillig zerstört. Besonders erschreckend ist, wie stark das Problem in den letzten Jahren zugenommen hat.

Im Folgenden einige Beispiele aus den USA, Island und Schottland.

  • Vereinigte Staaten von Amerika - Während des Government Shutdown 2018/2019 haben Leute im Joshua Tree Nationalpark unzählige der einzigartigen Joshua Tree Bäume gefällt. Vermutlich wird es 200 bis 300 Jahre dauern, bis diese nachgewachsen sind. Bei dem Superbloom in Kalifornien (2019) sind Besucher mitten in den Blumenwiesen spazieren gegangen und haben sich in die Wiesen gelegt anstatt auf den Wanderwegen zu bleiben. Viele Blumen wurden zerstört und es wird lange dauern, bis sich das Ökosystem davon erholt hat. Die archäologische False Kiva Ruinie in einem abgelegenen Gebiet im Canyonlands Nationalpark musste geschlossen werden, weil Besucher den uralten Steinkreis zerstört haben. Im Columbia River Gorge waren die Wasserfälle einst von schönem Moos und Farnen umgeben. Rücksichtslose Besucher haben die Vegetation mittlerweile komplett zertrampelt. Im Mount Rainier Nationalpark müssen auf den subalpinen Wiesen mittlerweile die Wanderwege mit Leinen abgegrenzt werden, damit Besucher nicht die fragilen Wildblumen während der Sommerblüte kaputttreten. Die Liste lässt sich leider endlos fortsetzten.
  • Island - In Island ist die jährliche Anzahl an Touristen innerhalb kürzester Zeit in die Höhe geschnellt (Steigungen von 40% pro Jahr). Die Folge des Massentourismus ist, dass beliebte Naturattraktionen regelrecht überrannt wird. Viele Touristen lassen ihren Müll rücksichtslos in der Landschaft zurück, zertrampeln Pflanzen und Moos und verrichten ihre Notdurft mitten in der Natur. Insbesondere auf Island dauert es aufgrund des harschen Klimas Jahrzehnte bis Pflanzen nachwachsen.
  • Schottland - Auch vor Schottland machen die Probleme nicht Halt. Vor allem auf der beliebten Isle of Skye sind die Auswirkungen deutlich bemerkbar. So sind die Wanderwege und Wiesen am Old Man of Storr und Quirang mittlerweile komplett ausgetreten. Die Landschaft mit einst saftigen grünen Wiesen gleicht nun einem braunen Acker. Auch in Schottland liegt an beliebten Orten immer mehr Müll in der Landschaft.

Die Ursachen lassen sich vor allem auf steigende Besucherzahlen durch Social Media und rücksichtslose Besucher zurückführen.

  • Steigende Besucherzahlen durch Social Media - Während viele Orte vor einigen Jahren der breiten Öffentlichkeit noch unbekannt waren und nur wenige Eingeweihte davon wussten, führt ein Post auf einem beliebten Instagram Account dazu, dass die Besucheranzahl an einem bisher unbekannten Ort in die Höhe schnellt. Auch wenn 99% der Besucher auf die Natur achten, reicht bei den Massen ein kleiner Anteil aus, um den Ort nachhaltig zu zerstören. Viele Orte verkraften zudem nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern pro Tag/Jahr.
  • Rücksichtslose Besucher - Immer mehr Besucher haben keinen Respekt für die Natur. Dies hängt auch damit zusammen, dass solche Orte nun von Leuten besucht werden, die sich ansonsten selten in der Natur aufhalten. Viele selbsternannte "Influencer" nehmen alles in Kauf nur um ein Foto mit potentiell vielen Likes für Instagram aufzunehmen. Diese Fotos auf denen teils verbotenes Verhalten zu sehen ist (zum Beispiel ein Foto von einem Zelt in der Landschaft in der Zelten strikt verboten ist oder eine Aufnahme von in der Blumenwiese liegenden Personen) führen wiederum dazu, dass andere diese Fotos nachmachen.

Nature First Photography Allianz

Aufgrund der Zerstörung sensibler Orte haben mehrere amerikanische Landschaftsfotografen die Nature First Photography Allianz gegründet und sieben Prinzipien für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur aufgestellt:

  1. Priorisiere das Schützen der Natur vor der Fotografie
  2. Informieren dich über die Orte, die du fotografierst
  3. Denke über mögliche Auswirkungen deiner Handlungen nach
  4. Überlege, bevor du einen Standort preisgibst
  5. Kenne und befolge die Regeln und Vorschriften
  6. Befolge die Leave no trace Prinzipien und verlasse Orte stets besser als du Sie sie vorgefunden hast
  7. Kläre andere Personen über die Prinzipien auf

Die sieben Prinzipien werden im Detail auf der Nature First Photography Webseite erklärt.

Da ich das Schützen der Natur sehr wichtig finde, bin ich der Nature First Photography Allianz beigetreten. Ich freue mich über jedem, der auch daran Interessen hat und hoffe, dass wir so in Zukunft die Natur besser schützen können. Schließlich möchten jeder einen schönen Ort beim nächsten Besuch genau so schön wie beim ersten Besuch oder auf dem gefundenen Foto vorfinden.


Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der unbeabsichtigt eine werbende Wirkung haben könnte, ohne dass ich von einem Unternehmen dafür beauftragt wurde!

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